
Wider die Kreditklemme!
Wie sich Unternehmen ihre Zukunft leisten können
Im September 2009 hält das ifo Institut für Wirtschaftsforschung fest, dass circa 45 % der Unternehmen in Deutschland die Kreditvergabe der Banken als restriktiv bezeichnen. Je nach Branche ist die Einschätzung der Firmen besser oder schlechter, doch klar ist, dass kleine und große Industrieunternehmen mit zunehmenden Schwierigkeiten rechnen.
Warum die Banken so handeln, ist nachvollziehbar: Die hohen Verluste, die sie mit Beginn der Krise erlitten haben, führten zu schlechteren Ratings und damit auch zu verminderten Refinanzierungsmöglichkeiten. Hinzu kommen die Vorgaben von Basel II und so reagieren die meisten Banken mit einer konsequenten Portfolio-Politik: Sie reduzieren ihre Risiken, indem sie Linien kürzen und Sicherheiten verstärken; sie vermeiden Klumpenrisiken und finanzieren bevorzugt die Vorreiter einer Branche; sie erhöhen die Konditionen für die Geldvergabe.
In naher Zukunft wird sich die Vorgehensweise der Geldinstitute noch weiter verschärfen: Viele Unternehmen werden in diesem Jahr ihre Business-Pläne verfehlen. Mit der Vorlage der Jahresabschlüsse 2009 hat das verstärkte Auswirkungen auf das Kredit-Rating. Diese Entwicklungen werden zusammen mit den bestehenden Zweifeln an einer schnellen Konjunktur- und Branchenerholung die Entscheidung für eine Kreditvergabe oder -verlängerung erschweren.
Für Unternehmer gibt es nur einen Ausweg aus dem sich abzeichnenden Finanzierungs-Dilemma: Der Not zuvor kommen. Und das bedeutet, jetzt zu handeln.
Täglich unterstützen die Berater von IsoPart ihre Klienten darin, sich in dieser Situation zu behaupten. Gemeinsam mit den Unternehmenslenkern reflektieren sie die Unternehmenssituation und überprüfen, welche Ressourcen noch ausgeschöpft werden können und welche Finanzierungsalternativen vorhanden sind. Ein wichtiger Baustein dieser Arbeit ist die optimale Vorbereitung und Gesprächsführung mit den bestehenden Finanziers.
Das A und O für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Geldgebern ist eine exzellente Aufbereitung der Finanzierungsunterlagen: Zur Prolongation und Erhöhung der Kredite oder anderer Finanzierungen ist heute eine ausführlichere Dokumentation notwendig als im Normalfall. Sie muss beweisen, dass das Unternehmen die Durststrecke der nächsten drei Jahre übersteht. Nur so gelangen die Entscheider zur notwendigen Beurteilungssicherheit. Je professioneller die Dokumente also ausgearbeitet sind, umso eher lassen sich die Kreditgeber überzeugen.
Die Berater von IsoPart gehen dabei so vor:
Zunächst werden die aktuellen Rahmenbedingungen des Unternehmens aufgezeigt, wie sich also seine Wettbewerbslandschaft sowie seine heutige Position darstellen und wie seine Aktivitäten in den nächsten Jahren aussehen werden. Denn seit Eintreten der Wirtschaftskrise haben sich diese Bedingungen zum Teil gravierend geändert und entsprechen nicht mehr dem den Finanziers bekannten Stand. Dabei haben sich durchaus auch positive Entwicklungen ergeben, die von den Finanziers als Chance für das Unternehmen erkannt werden müssen. So kann der Fall eintreten, dass Wettbewerber, die in den letzten Jahren durch kreditfinanzierte Unternehmenskäufe Marktanteile gewonnen haben, durch ihre hohen Finanzierungskosten und Umsatzeinbrüche erheblich unter Druck geraten. Eine Situation, von der das Unternehmen profitieren kann. Ebenso eine Chance für die, die es nicht betrifft: Das Branchenumfeld verändert sich durch Insolvenzen, die im Normalfall nicht zu erwarten sind (zum Beispiel Quelle, Dystar, Karmann).
Im nächsten Schritt wird systematisch dargelegt, welche Maßnahmen auf die Wirtschaftskrise bereits ergriffen wurden, wie sie bisher fruchten und welche Maßnahmen aus welchen Gründen nicht eingeläutet wurden. Dazu gehört eine Begründung für etwaige Planverfehlungen sowie eindeutige Abweichanalysen, die auch die eigenen mit den Ergebnissen der Branche vergleichen.
Wesentlich für die Beurteilung durch die Geldgeber ist die konsequente Darstellung der eigenen Strategie in und aus der Wirtschaftskrise für die nächsten 3 Jahre mit den zugehörigen Entscheidungsparametern und den Auswirkungen der einzelnen Maßnahmen.
Dafür wird die Business-Planung inklusive eines integrierten Modells mit Gewinn-und-Verlustrechnung, Bilanz und Finanzierung angepasst:
Bei eindeutigen und verprobten Prämissen werden verschiedene Szenarien entwickelt, anhand derer die Kreditgeber die Unternehmensentwicklung und damit die Risiken ihrer Finanzierung einschätzen können.
Der Base-Case sollte in etwa die eigene Entwicklung unter Berücksichtigung der aktuellen Branche-Prognosen abbilden. Nicht zu vernachlässigen sind dabei die Besonderheiten des Unternehmens wie zum Beispiel Produkteinführungen oder das Wegbrechen eines wichtigen Abnehmers.
Der Better-Case wird erstellt, um selbstbewusst darzustellen, wie das Unternehmen effizient seine Chancen nützt und dadurch gegenüber dem Base-Case bessere Ergebnisse erzielt. Und auch auf den Stress-Case darf die Beweisführung nicht verzichten, denn er nimmt die Worst-Case-Analysen der Finanziers vorweg: Der Stress-Case simuliert den Fall eines erneuten Wegbrechens der Konjunktur und zeigt die Gegenmaßnahmen auf, die das Unternehmen dann noch ergreifen kann.
Wer diese Entwicklungsszenarien jetzt erarbeitet und seinen Banken vorlegt, hat bessere Chancen auf einen positiven Verlauf der Finanzierungsgespräche. Denn spätestens mit Vorlage der Jahresabschlüsse 2009 werden genau diese Dokumente von den Banken verlangt werden. Voraussichtlich ab dem 2. Quartal 2010 wird zudem eine Flut von Prolongationen und Anträgen erwartet. Das wird zusätzlich zu einer deutlichen Entscheidungsverzögerung der Finanziers führen. Wer davor eine vertrauensvolle Kommunikation zu seinen Finanziers aufbaut und damit Voraussetzungen für eine zufrieden stellende Geschäftsbeziehung zwischen den beiden Parteien schafft, sichert den eigenen Finanzierungsspielraum.
"Jetzt handeln!" ist das Gebot der Stunde.
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Sonstige Quellen:
- Ifo Institut für Wirtschaftsforschung, Die Kredithürde, Ergebnisse des ifo Konjunkturtests im September
