
Aufschwungsschimmer
Positive Prognosen lassen hoffen, doch der Weg ist noch weit
Laut Feri - einem von Deutschlands renommiertesten, unabhängigen Research-Häusern - hat sich die Realwirtschaft im 1.Halbjahr 2009 kontinuierlich stabilisiert: Nach einem Tiefstand Mitte April dieses Jahres gingen die Kennzahlen für die Produktion in Deutschland ohne Unterbrechung nach oben. Die globale Industrieproduktion wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 65% im weiteren Verlauf kontinuierlich ansteigen, mit einem leichten Einbruch in 2011. Jedoch zeigt dieses Szenario auch, dass wir frühestens in 2014 wieder das gewohnte Niveau von 2007 erreichen werden.
Ein weitaus unwahrscheinlicheres Szenario (10%) geht von einer Erholung der weltweiten Industrieproduktion in 2010 und einem totalen Rückfall in 2011 aus, mit einer im Anschluss noch langwierigeren Erholungsphase. Da ist jedoch glücklicherweise sogar die Best Case Variante wahrscheinlicher (25%), nach der schon 2011 alles wieder im Lot ist.
Auch die neuesten Entwicklungsprognosen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung vom 12.10.2009 rechnen mit einer Erholung und sagen für 2010 ein Wachstum von 1,3% voraus.
Und wie sieht es in der Privatwirtschaft aus? Auch die Konsumklimaforscher geben für den Herbst grünes Licht: Immer mehr Konsumenten scheinen der Auffassung zu sein, dass die schwierigsten Zeiten durchgestanden sind und blicken daher optimistischer in die Zukunft. Das befeuert die Konsumlust. Ursache dafür sind zum einen das stabile Preisklima, das mit einer nicht wahrnehmbaren Inflation einhergeht. Aber auch der "erstaunlich robuste Arbeitsmarkt, der zurzeit noch von der umfangreichen Kurzarbeiterregelung profitiert", so die GFK. Und ihr Fazit: "Damit bleibt der private Konsum in diesem Jahr die wesentliche Stütze der deutschen Wirtschaft, denn bei Investitionen und Exporten wird 2009 ein dickes Minus stehen". Das Zünglein an der Waage dafür, dass sich dieser Aufwärtstrend hält, wird die weitere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sein. Experten gehen davon aus, dass die aktuelle Lage in Kürze eine Verschlechterung erfahren wird.
In jedem Fall ist klar, dass die Unternehmen in Deutschland Durchhaltevermögen zu beweisen haben werden: In den nächsten drei bis fünf Jahren wird eine Marktbereinigung stattfinden, die für so manche schmerzlich enden wird. Je nach Branche und Region wird die Durststrecke schneller überwunden sein. Eine gute Positionierung dürfte das beste Rüstzeug sein, um diesen Prozess heil zu überstehen.
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Quellen:
- Dr. Heinz-Werner Rapp, "Die globale Wirtschaftskrise. Wann endet sie und was kommt danach?", Feri Finance AG, München, 29.09.2009
- GFK-Konsumklimastudie, Nürnberg, 25.09.09
- Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Pressemitteilung "DIW-Konjunkturprognose 2009", Berlin, 12.10.09
