27.10.2009
Fortsetzung bei Märklin

Fortsetzung bei Märklin

Der Investor zieht die Berater zur Verantwortung

Pluta hat den Sanierungsfall Märklin gut im Griff. Das Unternehmen scheint wieder Hoffnung und Wert zu schöpfen. Doch im Hintergrund werden die Messer gewetzt: Der Investor Kingsbridge Capital möchte sein Geld zurück - und zwar von den Beratern, die er für die Sanierung beauftragte. Das ist so noch nie vorgekommen in Deutschland.

Laut handelsblatt will Kingsbridge die gesamte Summe von den Beratern zurückerstattet bekommen, die der Investor bei Märklin verloren hat: 30 Millionen Euro. AlixPartner findet diese Forderung absurd: Entgegen diverser Meldungen in der Presse habe das Unternehmen lediglich 7 Millionen Euro an Honoraren erhalten.

Das Beratungsunternehmen weist die Anschuldigung des Investors, es hätte "die Annahmen, auf denen die Ergebnisprognosen (der) Due Dilligence basierten, (...) nicht seriös und vertragsgemäß recherchiert", entschieden zurück. Damit nämlich begründet der Investor das Einleiten juristischer Schritte. AlixPartner hätte, so sieht es wohl der ehemalige Eigentümer, zu dem Ergebnis kommen müssen, dass sich eine Investition in Märklin nicht rentiert und Kingsbridge daher davon abraten müssen.

AlixPartner hält dagegen, dass der Investor sich nicht an den von ihm geratenen Konsilidierungskurs hielt und stattdessen eine Wachstumsstrategie ansetzte. Das und die vielen Wechsel auf der Führungsebene seien der Grund für das Scheitern des Eisenbahnbauers. Die empfohlenen Maßnahmen hätten hingegen zum Erfolg geführt, so die Berater.

Mit Spannung ist zu erwarten, welche Fakten in diesem Fall noch zu Tage gefördert werden. Denn einer Beurteilung der Sachlage muss eine umfassende Aufklärung vorausgehen.

AlixPartner sieht in der Aktion bereits klar eine "verleumderische Kampagne", die "gezielt die Reputation der weltweit führenden Experten für Turnarounds und Ertragssteigerungsprogramme beschädig(t)".

Die Auseinandersetzung lässt jedoch hoffen, dass der Branche die Verantwortung für ihr Wirken bewusster wird: In Zukunft wird die Frage, ob die Berater für die eigenen Ergebnisse einstehen können, wohl stärker in die öffentliche Wahrnehmung drängen und die Unternehmen dürften ein größeres Augenmerk darauf legen, wenn sie sich für eine Beratungsleistung entscheiden.

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Quelle:

AlixPartners, Pressemeldung vom 22. September 2009, München, im Internet unter: www.alixpartners.com/DE/pr_22.sept.09.html

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