27.10.2009
Diplomatie für Manager

Diplomatie für Manager

5 Tipps, wie man seinem Gegenüber hilft das Gesicht zu wahren

Es ist eigentlich kein Geheimnis: Sein Ziel erreicht am sichersten, wer die Menschen auf dem Weg dorthin für sein Vorhaben gewinnt. Wenn das Ziel dem persönlichen Interesse der Weggefährten zuwider läuft, ist das eine besondere Herausforderung. In Zeiten massenhafter Restrukturierung, Kurzarbeit und Lohnkürzungen ist diese Herausforderung eher die Regel als die Ausnahme. Doch auch unter den Unternehmenslenkern, die hart und konsequent handeln müssen, kommen diejenigen am weitesten, die darauf achten, dass alle Beteiligten ihr Gesicht wahren.

Die Kunst, im Umgang mit Menschen so zu handeln, dass sie niemals ihr Gesicht verlieren, ist nicht nur in Asien gelebte Tradition. Die 2.000 Jahre alte Geschichte der Diplomatie lehrt ebenfalls, dass eine umsichtige Vorgehensweise wahrscheinlicher zum Sieg führt. Für das Gelingen schwieriger Kommunikationssituationen, in welchen man Gefahr läuft, dass sich das Gegenüber bloßgestellt fühlt, kann daher folgender Leitfaden hilfreich sein:

1. Vermeiden Sie Belehrungen und Entlarvungen. Der Entlarvte wird sich zurückziehen und von nun an aus der Deckung gegen Ihr Anliegen arbeiten.

2. Widersprechen Sie nicht. Denn dann kommt das Gegenüber in die Lage sich verteidigen zu müssen. Das Ergebnis: Verhärtete Fronten. Es gibt auch sanftere Wege, gegenteilige Positionen zu vereinen.

3. Üben Sie niemals moralischen Druck aus. Der so Bezichtigte wird sich verweigern und zum Gegenschlag ausholen.

4. Seien Sie nicht demonstrativ großzügig. Das kann den Stolz des Beschenkten hervorrufen und statt Dankbarkeit ernten Sie Verärgerung.

5. Anbiederung ist ebenfalls eine Verlierer-Strategie. Denn sie erzeugt Misstrauen ("was will er damit erreichen?") und wirkt damit langfristig negativ.

______________________

Quelle:

Frank Naumann, "Die Kunst der Diplomatie", Rowohlt Verlag GmbH, Reinbeck bei Hamburg, 20063

Zurück