Beim Lesen des Buches „Ice Story. Shackletons Kampf in der Antarktis“ von Elizabeth Cody Kimmel wird sich selbst eine pessimistische Führungskraft klar: Wir können das schaffen! Denn im Vergleich zu dem, was Kapitän Ernest Shackleton und seine Männer in den knapp zwei Jahren ihrer vollkommen misslungenen Antarktis-Expedition Anfang des letzten Jahrhunderts durchgestanden haben, ist wohl jede Herausforderung, der wir uns stellen, ein Spaziergang. Das Faszinierende und Unvorstellbare an dieser nun beinahe hundert Jahre alten Geschichte des Scheiterns ist, dass überhaupt irgendjemand diese Expedition überlebt hat. Doch es kommt noch besser: Alle Beteiligten überlebten! Und das ist in erster Linie der Führungsstärke des Leiters der Unternehmung, Sir Shackleton, zu verdanken.
Als der Dreimaster „Endurance“ am 5. Dezember 1914 mit 28 Mann an Bord von South Georgia zum Südpol aufbricht, tobt in der Heimat der Erste Weltkrieg. Die Antarktis ist zu diesem Zeitpunkt einer der letzten unerschlossenen Flecken der Erde: Außer Pinguinen, Robben, ein paar kälteunempfindlichen Pflanzen und jeder Menge Eis finden sich nur ab und an todesmutige Polarforscher in dieser unwirtlichen Gegend. Drei Jahre zuvor hatte der Norweger Roald Amundsen den Südpol „entdeckt“ und dort die Fahne... »

